Sex-Tipps für Paare: 5 Regeln zur Orgasmus- und Ejakulations-Kontrolle

Ejakulations Orgasmus Kontrolle Paarcoaching SexcoachingLiebe Frauen, liebe Männer,

Kommt er zu früh?

Eine Studie machte einst die Runde, die herausgefunden haben will, dass der durchschnittliche Koitus nur traurige elf Minuten dauere. Nichts gegen Quickys, sie können eine aufregende Ergänzung zum Liebesalltag sein, wenn beide darauf stehen. Die Realität sieht allerdings leider oft so aus, dass Frauen in Beziehungen sexuell frustriert sind, weil die Männer, wie sie sagen, „zu früh kommen“. Sie bauen Leistungsdruck auf, unter dem wiederum die Männer massiv leiden. Nicht selten reagiert der Körper mit  Erektionsstörungen und das Desaster ist komplett: Streit, Vorwürfe, Tränen, Beziehungskrieg und sogar Trennung können die Folge sein.

Kommen Männer zu Früh?Ich möchte darum ein paar tantrische Geheimnisse ausplaudern, die für die eine oder den anderen von euch sicherlich ein neues Licht auf die Sache werfen. Ich teile hier mein Wissen aus jahrelanger Übung und Praxis, nachdem viele Männer und auch Frauen mich darum gebeten haben. Tatsächlich ist aber das meiste, was ich hier für Männer aufgeschrieben habe, für Frauen ebenso hilfreich, um ihre sexuelle Ekstase zu vertiefen und zu erweitern. In jedem Fall aber sollte sie den Text auch lesen, um ihn richtig unterstützen zu können.

Miteinander schlafen, nicht gegeneinander

Für eine gelungene sexuelle Vereinigung sind immer beide Partner gleichermaßen verantwortlich. Hier ist es wichtig sich klar zu machen, dass Sexualität sowohl für Männer als auch für Frauen ein Areal großer Verletzlichkeit und Emotionalität ist. Darum sollte keiner von beiden Forderungen stellen, wie der oder die andere denn bitte in der richtigen, einfühlsamen oder aufregenden Weise Sex zu machen habe.

Vielmehr sollten wir einander liebevoll und einfühlsam unterstützen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn man als Paar seine Sexualität erweitern, bereichern oder einfach heilen oder verändern möchte. Wenn man aus den Gleisen der Gewohnheit ausbrechen möchte in die dunklen, unbekannten Gefilde. Es gibt dort wenig Landkarten und keine Taschenlampen, aber es wird leicht, wenn ihr euch die Hand reicht und euch gegenseitig Halt bietet. Der Schlüssel: sprecht darüber, mit Spieltrieb und Neugier, mit Staunen und Lachen.

Unterschiedliche Arten von Orgasmen

Es ist ein Irrglaube, dass die Orgasmen von Männern und Frauen so unterschiedlich sind, wie es im „ersten Moment“ den Anschein hat. Vielmehr kennen sowohl männliche als auch weibliche Körper ein ganzes Spektrum an Orgasmen unterschiedlicher Qualität. Bei Frauen unterscheidet man zwischen dem klitoralen, dem G-Punkt- und uteralen Orgasmus – immer mit der Anmerkung, dass es alle erdenklichen Überblendungen und Mischformen gibt, was eigentlich zeigt, dass diese drei Begriffe eher willkürlich gewählte Anhaltspunkte sind.

Der klitorale1 Orgasmus ist der äußerliche, der Yang-mäßige 2 und der verbreitetste. Er geht mit einer entsprechenden Körperspannung einher, bei der sich die Yoni3, der Anus, der gesamte Beckenboden und oft auch die Beine eher schließen und anspannen. Entsprechend der Yang-Energie ist auch die Spannungskurve eine sich entladende, ungefähr so wie ein Luftballon, den man aufpustet bis er platzt.

Der vielen Frauen noch unbekannte, uterale4 Orgasmus ist das andere Extrem, der totale Yin-Orgasmus. Er entsteht durch lang andauernde, sehr tiefe und machtvolle Penetration, die den Uterus in „seismische“ Schwingungen versetzt. Auch die Stimulation der Zervix5 rückt in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Sexualforschung.

Der G-Punkt-Orgasmus ist energetisch gesehen eine Mischform der beiden, der ganz eigene Qualitäten mit sich bringt. Beispielsweise führt er bei geübten Frauen oft zu starken Ejakulationen mit beeindruckenden Flüssigkeitsmengen. Dieses höchst sinnliche Geschehen werden wir in einem späteren Artikel noch besprechen.

Männliche Orgasmen

Den einen oder anderen wird es vielleicht überraschen, wenn ich sage, dass Männer im Wesentlichen dasselbe Spektrum an Orgasmen haben wie Frauen. Nur die Anatomie ist eine andere, und darum ändert sich die Ausgangssituation.

Der Orgasmus, den die meisten Männer kennen, entspricht dem klitoralen Orgasmus der Frau und scheint zwangsläufig mit der Ejakulation einher zu gehen. Die meisten Männer sind noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass es einen Unterschied zwischen Orgasmus und Ejakulation geben könnte. Aber auch viele Frauen kennen nur den klitoralen Orgasmus und spüren im Inneren ihrer Yoni nichts oder nicht genug, um wirklich in sexuelle Erregung zu kommen. Bei einer Tantramassage kann man in so einem Fall behutsam die Yoni erwecken. Dies sei nur erwähnt, um nochmal zu unterstreichen, dass die Probleme von Männern und Frauen gar nicht so unterschiedlich sind, wie man oft meint. Auch Frauen können lernen, ihr Orgasmussprektrum zu erweitern, wie ich es im Folgenden für die Männer beschreiben werde.

Männer können lernen – und darum geht es in diesem Artikel – 1. die Ejakulation zu kontrollieren, woraus folgt dass sie 2. Orgasmen und zwar prinzipiell beliebig viele Orgasmen während nur einer Vereinigung haben und 3. sich das ganze Spektrum der Orgasmen zu erschließen. In einer Vereinigung, die 1-2 Stunden anhält, können Männer analog zu den uteralen Orgasmen der Frau, tiefe, emotionale trance-artige Orgasmuszustände erreichen, deren Erlebnisgehalt exponentiell höher ist, als der einer landläufigen Ejakulation.

Der orgasmische Energieverlauf solch einer langen, tantrischen Vereinigung ähnelt einer im Gesamtverlauf stetig ansteigenden Sägezahnkurve, mit vereinzelten Pausen, wo man sich auch mal massiert oder kulinarisch verwöhnt, aber sich alles in allem Stück für Stück wie auf Serpentinen einem gigantischen Höhenflug nährt, bevor man es nach dem Finale ausklingen lässt und sich hoffentlich schön Zeit nimmt zum Kuscheln, Entspannen und Nachspüren.

Aber was braucht es dafür?

Ich möchte an dieser Stelle nochmal betonen, dass das Frustpotential von unbefriedigendem Sex bei Männern wie Frauen gleichermaßen in einem Defizit der Kenntnis von Yin-Orgasmen liegt. Es gibt also gar keinen Anlass, mit dem Finger auf das jeweils andere Geschlecht zu zeigen, vielmehr gilt es gemeinsam und Hand in Hand zu forschen und sich zu erweitern. Wenden wir uns nun aber der männlichen Ejakulationskontrolle zu.

Rein in den Hexenkessel

Viele Männer haben sich angewöhnt, das Hinauszögern der Ejakulation dadurch zu erreichen, in dem sie sich innerlich von dem Geschehen abwenden. „Ich denke dann immer an meinen S-Bahnhof und den ganzen Müll der da rum liegt, oder an irgendwas Abtörnendes, nur nicht an Susanna!“6 gab ein guter Freund mir mal den Tipp, damals waren wir noch Teenager. Klar, sowas kann zu einem gewissen Grad funktionieren, aber ist das wirklich erstrebenswert? Nur, damit sie etwas länger an ihrem Orgasmus arbeiten kann, blende ich mich weg? Schneide ich mich ab? Versuche ich sie zu vergessen, und das was wir hier gerade tun? Sicher nicht. Bei Ejakulationskontrolle geht es überhaupt nicht darum, etwas Schönes zu unterdrücken. Der Weg geht genau in die andere Richtung.

Ganz im Sinne des Tantra wenden wir uns dem Ungeheuer zu, gehen den Weg der Angst. Die Erfahrung zeigt, dass Ungeheuer sich durch intensiven Blickkontakt in der Regel zu Schoßhündchen verwandeln. Wir nehmen also die sexuelle Energie7, die sich da in unserem Becken staut, sehr bewusst wahr, gehen mit unserer ganzen Aufmerksamkeit dort hin, werden ganz zu dieser mächtigen, göttlichen Energie, und im Loslassen und mit der Macht unseres Vertrauens werden wir ihr Herrscher. Und wie ein echter Magier lernen wir, mehr und mehr von dieser großen Kraft, den flackernden Blitzen und dem Donnern virtuos zu lenken und zu beherrschen, während wir uns zugleich darin auflösen und mit dem Kosmos verschmelzen.

Und genau da liegt das Geheimnis. Die Energie wird zu groß, wenn wir versuchen sie im Becken festzuhalten. Der Luftballon wird garantiert platzen. Aber wenn es uns gelingt, innerlich alle Schleusen zu öffnen, durchlässig zu werden, uns in diese hohe Energie zu entspannen, dann kann sie sich überall hin Bahnen brechen. Diese Energie hat eine eigene Intelligenz, und wenn du lernst, dieser Intelligenz zu vertrauen und sie walten zu lassen, dann wird der Sex zuerst deinen ganzen Körper fluten, jede Zelle zum Schwingen bringen, deinen Geist mit Visionen füllen, dann wird er euren Beziehungsraum fluten, euch ein gemeinsames Magma-Bad nehmen lassen und schließlich füllt sie den ganzen Raum. Tandana und ich bauen darum unser Liebeslager meist in der Mitte unserer großen Wohnküche auf, weil uns unsere Schlafzimmer zu klein geworden sind.

Okay, das klingt alles sehr poetisch, aber wie funktioniert das ganz praktisch? Wie kommt man dort hin? Liebe Männer, es folgt eine schön logisch gegliederte Bedienungsanleitung für euren neu zu entdeckenden Zauberstab. Sie enthält fünf praktische Regeln. Eine für die Frau, drei für den Mann und eine für euch beide. Sprecht ein lautes JA zu eurer Wilden, unbändigen Lust und fangt an.

Liebe Shakti, Shiva braucht Deine Unterstützung!

Das ist das A&O, das Wichtigste, darum hier nochmal direkt an die Frauen gerichtet:

Vielleicht kennst du den Punkt, wo du das Gefühl hast, gleich passiert’s! Gleich explodiere ich, löse mich auf, spüre das Feuer in allen Zellen, sterbe den kleinen Tod, wenn er jetzt bloss nicht aufhört, mich so göttlich zu stoßen, wenn er jetzt bloß nicht zu früh kommt! Und flehst ihn an; „Ja! Fester! Hör nicht auf! Hör jetzt bitte nicht auf! Ja! Ich bin gleich da!“

Genau an dieser Stelle gilt es, dein Verhalten zu ändern, liebe Shakti8. Du wirst es nicht bereuen. Eine tiefe, tantrische Vereinigung, die über Stunden gehen kann, wenn sie euch gemeinsam gelingt, wird dir himmlische Orgasmen bescheren, noch und nöcher, wenn du bereit bist, deinem Shiva9 auf dem Weg zum Gipfel die Hand zu reichen.

Regel Nr 1: Wenn Shiva das vereinbarte Zeichen, z.B. „Warte!“ gibt, dann entspanne dein Becken, friere augenblicklich jede Bewegung, jede geile Stimulation ein, entspanne dich, gib ihm Halt und fordere nichts.

Spürst du in diesem Moment Enttäuschung? Triggert es den alten Frust? Dann atme tief in dein liebendes Herz, suche den Augenkontakt und konzentriere dich auf euer neues Ziel, den göttlichen Sex, von dem du keine Ahnung hast, wann und wie er sich zeigen wird. Loslassen statt Puschen ist die Devise. Du bringst hier ein ganz kleines Opfer, für das du ein viel größeres Geschenk erhalten wirst.

Den Männern sei gesagt: Versuch es nicht im Alleingang, das wird garantiert nicht funktionieren. Ihr könnt eure Sexualität nur gemeinsam verändern und dafür müsst ihr kommunizieren. Sprich mit deiner Shakti, bitte sie vielleicht auch, diesen Artikel zu lesen.

Die Ejakulation kontrollieren lernen

Zuerst ist es wichtig, dass der Shiva seinen Körper kontinuierlich bewusst spürt. Ähnlich wie in einer Meditation10 sollte er seinen Körper wahrnehmen, insbesondere sein Becken. Dann kann er auch fühlen, wo die Grenze ist.

Das „Spielen an der Klippe“

Manche Männer kennen vielleicht die Strategie der „Zweiten Runde“ – Also wild losvögeln, bis es einem nach elf Minuten kommt, zehn Minuten Pause machen und dann in die sportliche Runde gehen. In dieser kann der Mann oft wesentlich länger, fühlt aber auch viel weniger als in der ersten Runde. Es ist zwar nicht die Königsdisziplin, aber es kann ein funktionierendes Modell sein, bei dem beide mit dem Sex zufrieden sind. Oftmals passiert es allerdings, dass, wenn die ersten Beziehungsmonate des Honeymoon vorbei sind, die Motivation für die zweite Runde sinkt und sich Probleme einschleichen. Darum empfehle ich diese Strategie nicht – nur im Notfall.

Das Spielen an der Klippe ist eine Vorform davon. Wenn du dein Timing etwas kennst und deine Shakti gut auf deine Signale reagiert, kannst du sehr gezielt mit dem sogenannten Sehnsuchtstropfen arbeiten. Das ist dieser Moment, wo – oftmals sogar recht viel – Ejakulat aus dem Lingam11  fließt, ohne dass es zu den richtigen Spasmen, dem „Abspritzen“ kommt. Auf diese Weise gekonnt etwas Druck abzulassen, ist ein guter Einstieg in die Orgasmuskontrolle. Es ist allerdings wirklich ein Spiel an der Klippe, denn wenn man es etwas zu weit treibt, kann die sexuelle Energie doch flöten gehen, und die Vereinigung ist zu Ende.

Lerne dein Perineum und deinen Beckenboden kennen.

Deine Beckenbodenmuskulatur hilft dir entscheidend bei der Ejakulationskontrolle, denn sie ist es, die in spastischen Zuckungen das Sperma aus deiner Prostata pumpt, wenn du kommst. Darum trainieren Tantra-Männer regelmäßig ihr Perineum12, den Muskel zwischen Hoden und Anus. Lege einen Finger dorthin und lerne diesen Bereich bewusst anzuspannen und zu entspannen. Mache ihn dir zu eigen. Für den Anfang kannst du „drücken“, wie auf dem Klo beim k*****, bis du den Bereich etwas genauer kennst. Du kannst im Alltag trainieren, in der U-Bahn, beim Essen, am Computer, nahezu immer, wenn du sitzt, und auch im Gehen oder Stehen. Vielleicht ist es am Anfang etwas unangenehm, aber das ist nur eine Frage der Gewöhnung.

Regel Nr 2: Lerne Beckenbodenkontrolle

Mit Hilfe dieses Muskels spielst du das Spiel an der Klippe, bis du irgendwann die Ejakulation voll im Griff hast. Und ganz wichtig! Du darfst trotzdem ejakulieren! Zumindestens nach Meinung des Wild Life Tantra Institutes. Es gibt wohl einige Schulen, vor allem die der Daoisten, die der Meinung sind, Mann sollte sich das Ejakulieren ganz abgewöhnen. Aber wir sehen das anders. Nach einer langen, tiefen tantrischen Vereinigung sprich nichts gegen ein schönes Finale, eine Ejakulation, geboren aus einer tiefen sexuellen Trance ist ein Inferno ganz eigener Couleur, das man über viele Minuten ausdehnen kann, bis man meint den Verstand zu verlieren. Es lohnt sich!

Sexuelle Energie umlenken

Es ist möglich, allein durch Anspannen des Perineums die Ejakulation festzuhalten. Aber dies ist auf Dauer kein sehr glückseliger Zustand, denn die sexuelle Energie staut sich im Becken und kann zu starken Verspannungen führen. Der Gemütszustand bleibt dabei auch eher unbefriedigt, was sicher nicht unser Ziel ist.

Regel 3: Aktiviere durch den Atem den ganzen Körper

Das geht so: Du öffnest den Mund und Rachenraum weit dabei. Lass den Atem ruhig hörbar in der Kehle rauschen und beginne nach Herzenslust zu hyperventilieren. Es ist nicht gefährlich, dir kann nichts passieren. Der Effekt ist, dass du high davon wirst, eventuell sogar Regenbogenfarben siehst, und dass die sexuelle Energie anfängt frei in deinem Körper zu fließen. Die einzige „Gefahr“ dabei ist, dass die Energie zu sehr in deinen Kopf aufsteigen kann und die Erektionskraft schwächer wird. In dem Fall hörst du einfach einen Moment auf und richtest deine Aufmerksamkeit wieder auf deinen Lingam, bis die Energie wieder stimmt.

Experimentiere damit, dass du, kurz bevor du der Shakti normalerweise das Zeichen zum Innehalten geben würdest, stattdessen anfängst tief zu atmen. Du wirst sehen, dass dein Körper, wenn du ihn energetisch komplett aktivierst statt nur deinen Schwanz, er ein Vielfaches mehr an Stimulation und sexueller Energie verstoffwechseln kann, als du es vermutlich für möglich gehalten hast.

Wenn Dir das vertiefte Atmen fremd ist oder du mehr darüber lernen möchtest, besuche unsere offenen Trainingsabende Wild Life Breath

Regel 4: Erlaube deiner Stimme formlose Laute

Es ist kaum jemandem bewusst, aber die Geräusche, die wir beim Sex mit unserer Stimme machen, sind meistens vollkommen inszeniert. Selbst wenn sie überzeugend unkontrolliert klingen, ist dies nicht selten Attitüde. Formlose Laute sind etwas ganz anderes. Es ist eigentlich ganz einfach: Mund auf und die Stimme loslassen. Nicht tun, nicht stöhnen, nicht seufzen, nicht dem anderen zeigen wollen, wie toll er es uns besorgt und sie oder ihn durch unzüchtige Sexlaute anfeuern, nicht klingen wie die Pornodiva bei der Oskarverleihung, nicht die Lippen zusammen pressen und klingen als würde man gleich platzen. Nein: Mund auf, richtig auf, wie beim Gähnen, und all die überschüssige Energie zu Klang werden lassen, unkontrolliert und entspannt.

Der Effekt ist, dass du Geräusche von dir hören wirst, die dir vielleicht peinlich sind, weil du statt wie eine Pornodiva plötzlich klingst wie eine Wildsau, die ihre Jungen verteidigst, oder statt des Neandertalers, der du gerne wärst im Bett, klingst du plötzlich wie Gollum in der Bärenfalle. So what!?! Wenn du dich deinem Sex-Sein vollkommen hingibst, alles darauf setzt, die höchste Erdumlaufbahn zu erreichen, dann ist es scheißegal wie sich das anhört. Das einzige was zählt ist, dass der Energiekanal 100% offen ist, von deiner Eichel bis an deine Zähne.

Ganz konkret kannst du Folgendes üben: Ähnlich wie bei Regel 3, versuche kurz vor dem Moment, wo du deiner Shakti normalerweise das Zeichen zum Innehalten geben würdest, stattdessen den Mund weit, ganz weit zu öffnen. Lege den Kopf etwas in den Nacken, so dass wirklich ein breiter, durchlässiger Energiekanal in deinem Körper entsteht, und lass den Druck, der deine Lenden gleich zum Bersten zu bringen scheint, Klang werden. Schreie deine Ejakulation heraus, du wirst staunen, es funktioniert. Du wirst im Unterleib eine spürbare Entlastung wahrnehmen.

Sexuelle Energie ausstreichen

Massage und Energiearbeit ist eigentlich fast das gleiche. Gestaute Energie kann sich in Form von echten Muskelverspannungen zeigen, aber auch als Gefühl von Unausgeglichenheit. Bei der Orgasmuskontrolle lässt es sich fast nicht vermeiden, dass sich viel sexuelle Energie im Beckenboden staut, und es kann sehr entspannend, entlastend und genussvoll sein, diese Energie auszustreichen und sie zu verteilen.

Regel 5: Verteile die Energie durch Ausstreichungen im Körper

Besonders schön ist es dabei, am Perineum zu beginnen, druckvoll um die Hoden und die Lingamwurzel herum zu streichen, die Finger über der Lingamwurzel zu schließen und die Energie kraftvoll den Oberkörper empor ins Herz und eventuell weiter über die Arme aus den Fingern oder über den Kopf aus den Haaren herauszustreichen. Diesen Strich kannst du sogar bei dir selbst anwenden, ohne die Vereinigung zu unterbrechen, wenn du etwas Platz zwischen eure Oberkörper bringst und den Lingam nur ein kleines Stück aus der Yoni ziehst, so dass du gut drumherum greifen kannst. Es ist aber auch schön, wenn die Shakti diesen Strich in einer Pause macht, während Shiva entspannt auf dem Rücken liegt. Dann kann der Strich auch über die Beine zu den Füßen hinaus geführt werden.

Eine weitere Variante während der Vereinigung ist, dass die Shakti um den Hintern herum so nah wie möglich an das Perineum greift und den Strich kraftvoll und langsam über den Rücken nach oben führt, entweder über den Kopf oder die Arme hinaus.

Vielleicht möchte sich dein Körper schütteln, wenn sich die Energie verteilt, der Atem möchte sich vertiefen und die Stimme möchte formlose Laute formen. Lass all dem freien Lauf.

Zusammenfassung der fünf Regeln

Für die Übersicht und die Pinnwand neben eurem Bett im Schlafzimmer fasse ich nochmal zusammen:

  1. Wenn Shiva das vereinbarte Zeichen, z.B. „Warte!“ gibt, dann, Shakti, entspanne dein Becken, friere augenblicklich jede Bewegung, jede geile Stimulation ein, entspanne dich, gib ihm Halt und fordere nichts.
  2. Lerne Beckenbodenkontrolle
  3. Aktiviere durch den Atem den ganzen Körper
  4. Erlaube deiner Stimme formlose Laute
  5. Verteile die Energie durch Ausstreichungen im Körper

Fang einfach an, es gibt nur den Weg, kein Ziel, denn:

Es gibt keine Obergrenze der Ekstase, das ist alles eine Frage der Technik!

Übung: Die Forschungs-Lingammassage

Diese Übung ist zugleich ein großes, lustvolles Geschenk für den Mann. Darum ist es schön, im Vorfeld zu vereinbaren, dass die Frau auch eine vergleichbare Verwöhn-Zeit ganz nach ihren Wünschen erhält.

Es geht für euch beide darum, den Umgang mit einer hohen und anwachsenden, männlichen, sexuellen Energie kennenzulernen, damit zu experimentieren, sie zu erspüren und darüber zu kommunizieren. Die Frau lernt die feinen Signale des Mannes kennen, seine Grenzen und auch seine Energiebögen, die sich im Laufe der Übung  wahrscheinlich ändern und steigern werden. In Ruhe und voller Genuss und Hingabe kann sie beobachten, wie er sich auf immer tiefere Gefilde des Loslassens, der Ekstase, der Lust und Emotion einlassen lernt.

Solch hohe Energien können für denjenigen, der sie zum ersten Mal erlebt auch schon mal beängstigend sein, es geht um nichts Geringeres als „kontrollierten Kontrollverlust“ und einen virtuosen Umgang mit starken Gefühlen. Deshalb ist es wichtig, dass die Shakti dem Shiva einen sicheren, geschützten Raum bietet und hält.

Besonders wichtig ist es, keine Erwartungen zu stellen, weder an sie noch an ihn. Ziel ist es zwar, die sexuelle Energie immer weiter zu steigern, ohne dass es zur Ejakulation kommt, sprichwörtlich im Hotspot des Vulkans heimisch zu werden, aber es sollte auf keinen Fall ein Problem sein, wenn es „schiefgeht“. Sie sollte also nicht davon ausgehen, dass man anschließend noch tollen Sex hat – auch wenn dies wahrscheinlich der Fall sein wird – sie sollte auf jeden Fall einen Plan B haben, in dem der Abend für sie ein Happy End nimmt, auch wenn er schon gekommen ist und dann vielleicht „nicht mehr kann“. Er könnte sie dann z.B. mit einer schönen Yoni-Massage verwöhnen, oder sie liebevoll halten, massieren und liebkosen, während sie es sich selbst macht.

Und so ist der Ablauf der Übung

Er liegt entspannt, nackt auf dem Rücken, sie – am besten auch nackt – sitzt bequem zwischen seinen Beinen. Macht es euch bequem und intim, sie sitzt nah an seinem Becken. Dabei kann sie im Schneidersitz oder mit ausgestreckten Beinen ihre Schenkel unter seinen haben, oder über seinen, wie es passt. Sie sollte sich darauf einstellen, lange dort zu sitzen, also sollte die Sitzposition entspannt und angenehm sein.

Los geht’s: Sie massiert hingebungsvoll seinen Lingam und zwar mit reichlich viel Gleitmittel. Wir empfehlen Bio-Kokosfett, wie man es z.B. in den Lebensmittelabteilungen diverser Drogeriemärkte bekommt. In jedem Fall solltet ihr nichts Parfümiertes nehmen, und nichts, was nicht später auch in die Yoni kommen darf.

Beginne erst langsam und einfühlsam den Kontakt mit dem Lingam. Ziehe seine Vorhaut zurück und stimuliere mit schön glitschigen Händen direkt seine Eichel. Sei kreativ und abwechslungsreich, mal wild und fordernd auf und ab „wichsend“, mal die Eichel in der holen Hand umkreisend wie beim Auspressen einer Zitrone, mal zwischen zwei Händen reibend, wie eine Pfadfinderin beim Feuermachen. Du kannst ihn auch zwischendurch mit Mund und Zunge verwöhnen, wenn es dich nicht zu sehr ablenkt.

Sei dabei immer ganz aufmerksam und hingebungsvoll. Beobachte sein Gesicht und halte den liebevollen Augenkontakt, selbst wenn seine Lieder geschlossen sind. Motiviere ihn wenn nötig tiefer zu atmen und seine Stimme mehr zu nutzen. Dirty talk ist ausdrücklich erlaubt! Ziehe alle Register von denen du weißt, dass sie deinen Kerl so richtig in Fahrt bringen, erzähle ihm vielleicht mit verführerischer Stimme seine Lieblingsfantasien oder geh in ein Rollenspiel, das ihn antörnt. Variiere das Tempo und den Druck der Massage, baue Wellen auf mit heißen Beschleunigungen aus wiederkehrenden Ruhephasen.

Beachtet und übt dabei konsequent die fünf Regeln: Shakti vor allem 1 und 5 und Shiva übt 2-4, sprich Shakti hält sofort inne, wenn Shiva das Zeichen gibt und macht dann am besten auch gleich die Ausstreichungen. Beobachte, wie der Körper reagiert, wenn Du die Energie in ihm verteilst. Shiva übt sich im Aufbau von immer mehr sexueller Energie und Ekstase ohne zu ejakulieren, unter Zuhilfenahme von Beckenboden, Atem und Stimme.

Wichtig ist, dabei immer wieder miteinander zu sprechen. Shiva, sag deiner Shakti ganz genau, was sich gut anfühlt, was du dir wünscht, wie sie dich unterstützen kann, was dich richtig geil macht, wann du Pausen brauchst, wie lange, und auch, was du dir in den Pausen wünschst. Vielleicht loslassen, massieren oder deine Wange streicheln – spüre immer gut in dich hinein und sei ganz ehrlich. Shakti, nimm alle Informationen und Anweisungen von deinem Shiva dankbar an, versuche sie umzusetzen, aber achte natürlich auch du darauf, dass es dir gut geht, mach nur so lange mit, wie es dir gefällt und sag ehrlich, wenn du genug hast und vielleicht Lust auf etwas anderes.

Wichtig: Versuche unbedingt, deinen Shiva nicht zu verurteilen, wenn er dir seine „sexuellen Abgründe“ offenbart. Diese Ehrlichkeit braucht oft Mut und es ist eine zu tiefst tantrische Handlung sich staunend vor diesem Mut und dieser dir fremden Welt zu verneigen.

Diese Übung kann fünf oder auch 50 Minuten dauern, das hängt ganz von euch ab. Sie eignet sich auch gut als Vorspiel vor der Vereinigung oder für die Pause zwischen zwei Vereinigungen. Sie ist auch sehr gut, wenn die Shakti vielleicht einen Tag hat, wo die Yoni sehr empfindlich ist und nicht bereit ist für so intensive Stimulationen, damit der Mann trotzdem ein hohes Energielevel erreichen kann. Ich empfehle sie für den Anfang oft und regelmäßig zu machen, dann, nach ein paar Wochen nur noch nach Bedarf, Lust und Laune.

Unterstützung beim Erlernen

Wir stehen euch gern beim Erlernen dieser und vieler weiterer Techniken und Kniffe zur Verschönerung und Heilung eures Beziehungslebens zur Seite. Hierfür eignen sich sowohl Paarcoaching wie auch Tantramassagerituale für Paare. Zur Befreiung von Stimme und Atem besucht gern unsere Trainingsabende Wild Life Breath und Wild Life Jam.

Fragen und Feedback

Wie sind deine Erfahrungen mit Ejakulationskontrolle? Hat dich dieser Artikel weitergebracht? Konntest du alles gut umsetzen oder gab es Probleme? Was fehlt? Ich freue mich auf dein Feedback und deine Fragen in den Kommentaren unter diesem Blogbeitrag

Namasté
Chono

  1. von Klitoris, dem Kitzler
  2. Yin & Yang, oftmals in ihrer Verschmelzung symbolisiert mit ☯, sind Begriffe aus dem chinesischen Daoismus. Sie verkörpern vereinfacht gesagt alle polarisierten Energien, die einander bedingen, also hell und dunkel, warm und kalt, männlich und weiblich, schnell und langsam usw. Das Yang wird dabei dem männlichen, dem hellen, dem transformierenden, dem penetrierenden Pol zugeordnet, das Yin entsprechend dem weiblichen, dem runden, dem haltenden, dem umschließenden, dem ruhigen. Im Tantra geht es viel um die Verbindung von Yin und Yang. Ihre Balance gilt als heiler, gesunder Zustand, ihre Verschmelzung als göttlich weil ganzheitlich.
  3. Yoni ist das im Tantra gebräuchliche Sanskrit-Wort für die weiblichen Genitalien. Der Begriff umfasst sowohl die Vagina, also den penetrierbaren Innenraum, als auch die Vulva, also den äußeren Bereich, die großen und kleinen Venuslippen und alles dazwischen, also die Klitoris und die Harnröhrenöffnung.
  4. Von Uterus, der Gebärmutter
  5. Der Gebärmutterhals
  6. Name von der Redaktion geändert
  7. Anstatt von sexueller Energie könnte man auch von Geilheit oder sexueller Erregung sprechen, aber wenn wir von Energien sprechen, dann ist das Erleben weniger an eine biologische oder medizinische Weltanschauung angehaftet. Tatsächlich trifft der Ausdruck „Energie“ auch besser das Wesen des Phänomens, dem wir hier begegnen und erleichtert den intuitiven Umgang damit, losgelöst von veralteten Konzepten.
  8. Im Tantra werden alle Frauen als Shakti bezeichnet. Shakti ist eine der höchsten, hinduistischen Göttinnen und verkörpert das u.a. Göttlich-Weibliche
  9. Im Tantra werden alle Männer als Shiva bezeichnet. Er ist einer der höchsten, hinduistischen Götter und verkörpert u.a. das Göttlich-Männliche
  10. Das Wesentliche der Meditation ist die Achtsamkeit, die Aufmerksamkeit, das Beobachten. Eine tantrische Vereinigung ist in diesem Sinne auch eine aktive Meditation
  11. Lingam ist das im Tantra gebräuchliche Sanskrit-Wort für den Penis
  12. Perineum, dt. Damm

3 thoughts on “Sex-Tipps für Paare: 5 Regeln zur Orgasmus- und Ejakulations-Kontrolle

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